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Stromanbieter TelDaFax: Gläubiger müssen wichtige Frist einhalten

Stromanbieter TelDaFax: Gläubiger müssen wichtige Frist einhalten12.01.2012, 15:13 Uhr

Die Chancen für die ehemaligen Kunden des insolventen Energieversorgers TelDaFax, ihre Vorauszahlungen und andere Guthaben zurückgezahlt zu bekommen, ist nach wie vor eher gering. Um aber überhaupt in den Genuss einer möglichen Rückzahlung zu kommen, müssen die Gläubiger ihre Forderungen geltend machen. Hierfür gibt es eine wichtige Frist, die es einzuhalten gilt. Wer noch Geld vom Stromanbieter zu bekommen hat, sollte seine Ansprüche bis zum 31. Januar 2012 schriftlich beim Insolvenzverwalter Biner Bähr anmelden. Dies rät die Verbraucherzentrale Leipzig allen Betroffenen. Wer diese Frist versäumt, kann sich zwar auch noch später melden, muss aber mit zusätzlichen Kosten rechnen, so die Verbraucherschützer weiter.
 

700.000 Gläubiger wollen Geld vom Stromanbieter

Eigentlich sollten die meisten Gläubiger bereits vom Insolvenzverwalter angeschrieben worden sein und ein Formular erhalten haben, mit dem sie ihre Ansprüche geltend machen können. Die Verbraucherschützer empfehlen den Betroffenen, diese Formulare auch zu nutzen, um den bürokratischen Aufwand bei dem Verfahren möglichst gering zu halten. Die Zahl der Gläubiger, die noch Ansprüche gegen den Stromanbieter haben, ist aufgrund der vielen Verträge mit Vorauszahlungen im Gegenzug für günstige Strompreise entsprechend groß. Sie wird auf rund 700.000 Kunden geschätzt, die noch Forderungen gegen TelDaFax haben. Wer noch kein solches Schreiben erhalten hat, müsse jetzt eigenständig handeln, so die Verbraucherzentrale Leipzig in ihrer Mitteilung. Das eventuelle Guthaben müsse konkret berechnet und beziffert werden. Fehlen genaue Daten, kann dies notfalls auch durch eine Schätzung geschehen. Unbedingt müsse zeitgleich die Aufforderung an den Insolvenzverwalter ergehen, eine Verbrauchsabrechnung zu erstellen.
 

Stromanbieter verursacht bisher größtes Insolvenzverfahren

Im Laufe des vergangenen Jahres hatten sich die Finanzprobleme des Discount-Energieversorgers TelDaFax immer weiter aufgeschaukelt. Zuletzt hatte der Stromanbieter seine laufenden Geschäftskosten nur noch mit den Vorauszahlungen der Neukunden bezahlt, bis schließlich auch das nicht mehr ausreichte und das fragwürdige Finanzsystem endgültig zusammenbrach. Nachdem immer mehr Netzbetreiber die Zusammenarbeit mit TelDaFax beendeten, wurde schließlich der Insolvenzantrag gestellt. Der ehemals größte unabhängige Stromanbieter Deutschlands ist damit zum jetzt größten Insolvenzfall geworden. Die Vorgänge um den Konzern gelten Verbraucherschützern als Paradebeispiel für die Warnung, keine Verträge mit Vorauszahlungen abzuschließen, weil bei einer Pleite die Kunden möglicherweise auf ihren Kosten sitzenbleiben. Die Stromversorgung wurde zwar stets von den örtlichen Grundversorgern übernommen, doch statt günstigerer Strompreise mussten die betroffenen Kunden den bereits bei TelDaFax bezahlten Strom nun nochmals bei einem anderen Stromanbieter einkaufen. Besser ist es, beim Strompreisvergleich auf Anbieter zu setzen, die keine Vorauszahlungen verlangen.



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