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Stromanbieter befürchten Stromausfall-Szenario im Rhein-Main-Gebiet16.01.2012, 13:38 Uhr
Die Stromanbieter der Region Rhein-Main bereiten sich einem Bericht der „Offenbach Post“ zufolge auf einen möglichen „Strom-GAU“ vor. Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis sei es denkbar, dass es während des Winters zu ernsten Problemen bei der Stromversorgung kommen könnte, befürchten demnach zahlreiche Stadtwerke und der regionale Energieversorger EVO (Energieversorgung Offenbach). Für den Fall der Fälle gibt es bereits einen Notfallplan, der eine Überlastung der Stromnetze durch zuviel Windstrom abfedern soll. Dafür sollen dann bestimmte Netzbereiche zeitweise abgeschaltet werden. Für die Verbraucher würde dies bedeuten, dass ein Stromausfall droht.
Stromanbieter befürchtet Überlastung der Netze
Durch den Atomausstieg und die Stilllegung des Atomkraftwerks im hessischen Biblis muss der Netzbetreiber Amprion mehr Ökostrom aus Windkraftanlagen nach Südhessen und ins Rhein-Main-Gebiet transportieren. Speziell im Winter gibt es aber überdurchschnittlich viel Wind, weswegen ein Überangebot an Windstrom bestehen kann. Die Stromleitungen könnten dadurch überlastet werden, so der Stromanbieter EVO gegenüber der Zeitung „Offenbach Post“ weiter. Auch die sogenannte „Blindleistung“ von Biblis fehle nun im Netz. Dabei handelt es sich um eine Strommenge, die im Netz benötigt wird, um überhaupt Strom transportieren zu können. Sie wird nicht wirklich verbraucht, sondern pendelt sozusagen im Stromnetz.
Notfallplan sieht Abschaltung der Stromversorgung vor
Das Problem der fehlenden Blindleistung für den Großraum Frankfurt werde sicherlich innerhalb eines Jahres gelöst werden können, so die Prognose von EVO. Jedoch könne es aktuell zu einer Situation kommen, in welcher der Netzbetreiber Amprion die Stromanbieter anweisen könnte, die Leistung in den Stromnetzen herunterzufahren. Ein solcher Fall wäre zwar nur unter bestimmten Umständen zu befürchten, so die EVO. Denkbar sei dieser „Fall X“ aber inzwischen durchaus. Deswegen erarbeitet der Grundversorger gemeinsam mit den Stadtwerken der Region einen Notfallplan, der eine Abschaltung der Stromversorgung von jeweils maximal 90 Minuten in bestimmten Versorgungsgebieten der Region vorsieht. In diesem Plan ist festgelegt, an welchem Wochentag welches Gebiet zeitweise ohne Strom auskommen müsste.