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Stromanbieter RWE stockt Finanzreserven auf18.01.2012, 13:05 Uhr
Der zweitgrößte Stromanbieter Deutschlands hat seine Finanzreserven um eine Summe von insgesamt über 720 Millionen Euro aufgestockt. Wie der Essener RWE-Konzern mitteilte, habe man die derzeit günstigen Marktbedingungen für deutsche Firmen am internationalen Kapitalmarkt genutzt, um eine Anleihe in einem Umfang von etwa 600 Millionen Pfund auszugeben. Neben der Stärkung der Liquidität des Unternehmens soll diese Aufstockung der Geldreserven unter anderem auch zur Finanzierung der umfangreichen Pläne zum Ausbau von Windparks im Offshore-Bereich dienen. In den kommenden Jahren möchte der Stromanbieter eine Milliardensumme in den Ausbau der erneuerbaren Energien stecken.
Große Stromanbieter brauchen mehr Geld
Die großen Stromanbieter wie RWE und E.ON haben nach dem Atomausstieg gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Zum einen ging das Vertrauen der Anleger in die Aktien der Unternehmen im vergangenen Jahr stark zurück, weil die Gewinnaussichten nach dem Ausfall der profitablen Laufzeitverlängerung deutlich schlechter ausfallen als zuvor. Außerdem ist die Stilllegung der Atomkraftwerke der Unternehmen mit hohen Kosten verbunden, was den Rückbau und die Lagerung der atomaren Abfälle angeht. Nicht zuletzt müssen hohe Investitionen in den Ausbau der Stromnetze, den Bau neuer Kraftwerke sowie in die erneuerbaren Energien getätigt werden.
Stromanbieter sparen und investieren gleichzeitig
All diese Faktoren haben dazu geführt, dass sich die großen Energiekonzerne Gedanken über Sparprogramme gemacht haben. Diese waren zum Teil schon vor der Energiewende angedacht gewesen, um beispielsweise Überhänge bei der Verwaltung zu beseitigen und die Kosten zu senken. Doch der Atomausstieg hat alles etwas beschleunigt und den Umfang sowohl der Einsparungen als auch der Investitionen vergrößert. Besonders hervorzuheben ist im Falle von E.ON und RWE auch der Abbau von einigen tausend Arbeitsplätzen. Der Stromanbieter RWE betont allerdings, dass sein Sparprogramm ohne tatsächlichen Verlust von Jobs über die Bühne gehen soll. Die Stellen werden zwar innerhalb des Konzerns abgebaut, könnten aber zum größten Teil durch Verkäufe an andere Eigentümer abgefedert werden, wodurch sich für die betroffenen Mitarbeiter nur der Arbeitgeber ändere, so die Einschätzung des Unternehmens.