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Stromanbieter EnBW will 10 Mrd Euro in Energiewende investieren

Stromanbieter EnBW will 10 Mrd Euro in Energiewende investieren19.01.2012, 16:27 Uhr

Im Rahmen der „Handelsblatt-Energietagung“ in Berlin hat der scheidende Vorstandsvorsitzende von EnBW, Hans-Peter Villis, die künftigen Investitionspläne von Deutschlands drittgrößtem Stromanbieter dargelegt. Demnach plant das Unternehmen, bis zum Jahr 2020 einen Betrag von acht bis zehn Milliarden Euro zu investieren. Ein Großteil davon soll auf Projekte entfallen, die der Energiewende zugute kommen. Wie Villis erklärte, soll sich die installierte Leistung des Energiekonzerns bis dahin auf rund 6.000 Megawatt in etwa verdoppelt haben. Damit würde der Stromanbieter dann einen Ökostrom-Anteil von 35 Prozent erreichen. Vor dem Atomausstieg lag dieser Wert noch bei lediglich 20 Prozent.
 

Stromanbieter drängt auf Netzausbau

Ehrgeizige Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien sollen vor allem in Deutschland umgesetzt werden, so Villis weiter. Nachdem EnBW bereits den Ostsee-Windpark Baltic 1 mit einer Leistung von 50 Megawatt in Betrieb genommen hat, soll dieser Wert schon bald mit dem Projekt Baltic 2 deutlich übertroffen werden. Rund 288 Megawatt soll dieser Windpark dann erzeugen können, dessen Bau derzeit in Planung ist. Kosten wird den Stromanbieter allein dieses Unterfangen etwa 1,3 Milliarden Euro. Probleme sieht Villis allerdings bei der Anbindung neuer Offshore-Windparks an das Stromnetz. Es seien Engpässe zu befürchten, so der Manager, die letztlich zu Verzögerungen beim Bau der Windkraftanlagen führen könnten.
 

Kapitalerhöhung für Stromanbieter wird wohl genehmigt

Um die Investitionen auch bezahlen zu können, benötigt der finanziell angeschlagene Stromanbieter allerdings mehr Geld. Hierfür will das Unternehmen eine Kapitalerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro vornehmen. Durch den Atomausstieg und die Einbußen am Aktienmarkt war das vergangene Jahr für EnBW nicht besonders erfolgreich gewesen. Umso erfreuter zeigte sich Villis über die Bereitschaft der beiden Hauptaktionäre, die Maßnahme mitzutragen. Das Land Baden-Württemberg und der Zweckverband OEW halten den größten Anteil an den Aktien des Energiekonzerns. Insgesamt sei dies ein Zeichen, dass man die Strategie der Unternehmensführung unterstütze, was auch für die mehr als 20.000 Mitarbeiter von EnBW eine positive Entwicklung darstelle, sagte Villis. Der Vorstandsvorsitzende wird in diesem Jahr seinen Posten aufgeben, was von Beobachtern nicht zuletzt auf Meinungsunterschiede mit der grün-roten Landesregierung zurückgeführt wird.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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