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Stromanbieter E.ON und Gewerkschaften erzielen Einigung über Stellenabbau25.01.2012, 14:30 Uhr
Der größte deutsche Energiekonzern hat in der Frage des Stellenabbaus eine Einigung mit den Gewerkschaften erzielt. E.ON verhandelte mit ver.di und der IG BCE über die Ausgestaltung der Sparmaßnahmen, die allein in Deutschland den Abbau von etwa 6.000 Arbeitsplätzen beinhalten. Demnach soll auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. Dies war eine der wichtigsten Forderungen der Arbeitnehmervertreter. Der entsprechende Tarifvertrag mit dem Stromanbieter soll bis zum Jahr 2016 laufen und sowohl Regelungen zum Vorruhestand als auch Abfindungen und die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft umfassen. Diese soll dabei behilflich sein, betroffene Mitarbeiter in andere Unternehmen zu vermitteln.
Gewerkschaften loben Einigung mit Stromanbieter
Das Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, Erhard Ott, zeigte sich in einer ersten Reaktion recht zufrieden mit der erzielten Einigung. Mit ihr sei es gelungen, den vom Personalabbau betroffenen Kollegen in Deutschland ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und Perspektiven für die Zukunft zu geben. Insgesamt beschäftigt der Stromanbieter in Deutschland rund 35.000 Mitarbeiter. Das im vergangenen Jahr angekündigte Sparprogramm sieht einen Stellenabbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen vor. Begründet wird der Sparkurs unter anderem mit den Auswirkungen des Atomausstiegs und erheblichen Einbußen vor allem im Gasgeschäft. Hier waren die Verluste zuletzt besonders gravierend gewesen.
Stromanbieter will mehrere Milliarden einsparen
Die Einigung mit den Gewerkschaften dürfte dem Stromanbieter etwas mehr Luft verschaffen, denn noch vor wenigen Wochen war eine solche „friedliche Lösung“ noch nicht absehbar. Die Arbeitnehmervertreter waren vor allem darüber verärgert, dass die umfassenden Sparmaßnahmen zuvor nicht mit ihnen abgesprochen worden waren, sondern einfach von der Unternehmensleitung bekannt gegeben wurden. Dies hatte für eine erhebliche Verunsicherung bei den Arbeitnehmern gesorgt, zumal ständig unbestätigte Gerüchte über die Schließung von bestimmten Konzernniederlassungen die Runde machten. Für E.ON bedeutet die Einigung, dass die geplante Einsparung von rund zwei Milliarden Euro bis 2015 nunmehr umgesetzt werden kann. Dieses Geld wird für die andere Seite der Umstrukturierungspläne dringend benötigt, denn der Energiekonzern plant Investitionen in Milliardenhöhe in ausländische Märkte sowie in den Netzausbau und andere Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Energiewende stehen.