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Japan steht kurz vor dem eigenen Atomausstieg

Japan steht kurz vor dem eigenen Atomausstieg27.01.2012, 15:19 Uhr

Noch vor einem Jahr galt die Zukunft der Atomkraft in Japan als absolut gesichert. Das Land vertraute auf seine Technologie und die Zuverlässigkeit seiner insgesamt 54 Atomreaktoren, aus denen Industrie und Privathaushalte rund 30 Prozent ihres Stroms bezogen. Eine Anti-Atomkraftbewegung wie etwa in Deutschland gab es so gut wie nicht und über Alternativen wurde ebenfalls kaum nachgedacht. Doch dann kam der 11. März 2011, der mit einem der stärksten je gemessenen Erdbeben und der darauf folgenden Flutwelle eine dreifache Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima mit sich brachte. Dieser Tag hat nicht nur in Deutschland die Zukunft der Energieversorgung maßgeblich beeinflusst, sondern natürlich auch in Japan.
 

Stromanbieter betreiben derzeit nur noch drei Atomkraftwerke

In den ersten Tagen und Wochen wurden zahlreiche Atomreaktoren des Landes vorsichtshalber abgeschaltet. Dennoch war man auf den Strom angewiesen, zumal die Infrastruktur Japans durch den Tsunami und das Erdbeben teilweise völlig zusammengebrochen war. In den folgenden Monaten appellierte die Regierung regelmäßig an Industrie und Privathaushalte, soviel Strom wie möglich zu sparen, um die verbliebenen Atomkraftwerke nicht zu überlasten. Anfang 2012 sieht die Situation nun so aus, dass nur noch drei der ursprünglich 54 Atomkraftwerke noch in Betrieb sind. Am Freitag stellte der Stromanbieter Chugoku Electric Power den letzten seiner Reaktoren für eine plangemäße technische Wartung ab. Bis Ende April sollen die verbliebenen drei Atommeiler des Landes ebenfalls für Wartungen heruntergefahren werden. Damit wäre das Land zumindest vorübergehend faktisch frei von Atomstrom.
 

Vorübergehender Atomausstieg ab April?

In der japanischen Gesellschaft hat nach dem Atomunglück von Fukushima ein Umdenken eingesetzt, das vorher so nicht möglich gewesen wäre. Von den ehemals 30 Prozent Atomstrom sind nunmehr keine drei Prozent mehr übrig geblieben. Die andere Seite der Medaille ist allerdings der teure Import von fossilen Brennstoffen für andere Kraftwerke, denn der Strombedarf Japans ist immer noch immens hoch. Vor allem Privathaushalte verbrauchen pro Kopf deutlich mehr als z.B. deutsche Haushalte, was auch an den vielen technischen Spielereien liegt, die dort zum Alltag gehören. Wie lange Japan im Frühjahr ohne Atomstrom bleiben wird, ist noch nicht klar. Reaktoren müssen dort alle 13 Monate zur Wartung abgeschaltet werden und dürfen erst dann wieder an das Stromnetz, wenn die verantwortlichen Behörden dem zustimmen. Seit der Katastrophe vom vergangenen März hat aber kein Atomkraftwerk mehr eine solche Genehmigung erhalten. Bis wieder eine Erlaubnis erteilt wird, ein heruntergefahrenes AKW erneut in Betrieb zu nehmen, könnten durchaus mehrere Monate vergehen, schätzen Experten.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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