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Ökostrom: Einheitliches Label gefordert

Ökostrom: Einheitliches Label gefordert30.01.2012, 15:43 Uhr

Wer als Verbraucher Ökostrom beziehen will, steht oft vor dem Problem, dass nicht klar ersichtlich ist, was die Stromanbieter tatsächlich verkaufen. Oft verstecken sich Mogelpackungen hinter den sogenannten Ökotarifen. So kann es durchaus vorkommen, dass die Kunden sich darauf verlassen, den ökologisch erzeugten Strom zu kaufen, in Wirklichkeit aber für Atomstrom bezahlen. Dies ist möglich, weil der Begriff Ökostrom bis heute nicht wirklich geschützt ist und bei der Vielzahl der vorhandenen Label kein einheitlicher Qualitätsstandard existiert. Dies soll sich nun ändern, wenn es nach dem Willen der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht. Deren Vorstandsmitglied Gerd Billen fordert ein einheitliches und anspruchvolles Label, um der Intransparenz auf dem Ökostrommarkt einen Riegel vorzuschieben. Als Vorbild könnten die Biolebensmittel dienen.
 

Ökostrom ist kein geschützter Begriff

Billen zufolge hängt der Erfolg von Ökostrom als tragende Säule der Energiewende davon ab, dass möglichst bald ein solches Label eingeführt werde. In einer Umfrage gaben rund 40 Prozent der befragten Verbraucher an, dass sie davon ausgehen, dass für die Verwendung des Begriffes „Ökostrom“ feste gesetzliche Regelungen existieren. Doch der Begriff ist weder rechtlich geschützt noch durch ein Gesetz genau definiert. Auf diese Weise können Stromanbieter die unterschiedlichsten Angebote als Ökostrom verkaufen. Etwa ein Viertel der Befragten gab an, schon einmal von der Verwendung von Ökostrom-Labeln gehört zu haben. Dass es zwischen diesen Etiketten aber erhebliche Unterschiede geben kann, ist den meisten Verbrauchern unbekannt.
 

vzbv: Stromanbieter sollen Rahmenkriterien einhalten müssen

Aus diesen Ergebnissen sei abzuleiten, dass die Verbraucher den Ökostrom zwar als wichtiges Element wahrnehmen und ihm gegenüber auch positiv eingestellt sind; auf der anderen Seite wüssten sie aber nicht, was genau hinter dem Begriff stehe, so Billen in seinem Fazit. Als Rahmenkriterien, die unbedingt in ein Ökostrom-Label einfließen sollten, nannte er die Herkunft des Stroms und ein nachhaltiges Engagement der Stromanbieter beim Bau neuer Ökostrom-Anlagen. Dies müsse für die Verbraucher unbedingt nachvollziehbar sein, sagte der vzbv-Vorstand. Er forderte die Bundesregierung dazu auf, möglichst bald ein Ökostrom-Label mit anspruchsvollem Standard einzuführen, um für die Verbraucher mehr Klarheit zu bringen.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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