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USA: Zwischenfall in Atomkraftwerk sorgt für Aufsehen31.01.2012, 12:34 Uhr
Ein Atomkraftwerk, das im nördlichen Teil des US-Bundesstaates Illinois gelegen ist, musste am Montag wegen eines Zwischenfalls abgeschaltet werden. Das AKW befindet sich rund 150 Kilometer westlich der Großstadt Chicago und des im benachbarten Bundesstaat Wisconsin gelegenen Milwaukee. Den offiziellen Angaben der Betreibergesellschaft Exelon zufolge wurde der Reaktor Nummer 2 der Byron Generating Station um 10:18 Uhr (Ortszeit) heruntergefahren, nachdem es zu einem Stromausfall gekommen war. Durch diesen Ausfall der Stromversorgung mussten Hilfsgeneratoren eingesetzt werden, um die Kühlung des Reaktors weiter zu gewährleisten. Um diesen Kühlvorgang zu unterstützen, wurde Dampf aus dem Kühlsystem abgelassen, wodurch der Druck reduziert wurde.
Radioaktiver Dampf aus dem Atomkraftwerk entwichen
Wie der Stromanbieter weiter mitteilte, stammte dieser Dampf nicht aus dem Reaktor selbst, sondern aus dem Kreislauf, der für die Stromerzeugung genutzt wird. Dennoch sei dieser Dampf leicht radioaktiv belastet gewesen, so die Mitteilung. Er habe geringe Mengen von Tritium enthalten, welches eine niedrige Halbwertzeit besitzt. Tritium ist eine radioaktive Form von Wasserstoff, dessen winzige Moleküle auch durch Rohrleitungen hindurch diffundieren können. Die Mengen seien allerdings so gering, dass weder für die im Atomkraftwerk beschäftigten Mitarbeiter noch für die Bevölkerung eine Gefahr bestanden habe, so der Betreiber. Weiterhin unklar ist bisher der Grund für den Ausfall der Stromversorgung, welcher zum Herunterfahren des Reaktors geführt hat.
Ursache für Stromausfall im AKW noch unklar
Presseberichten zufolge soll es in einem Transformatorgebäude auf dem Gelände des Atomkraftwerks zu einer Rauchentwicklung gekommen sein. Die zuständige US-Aufsichtsbehörde teilte hierzu mit, dass die alarmierte Feuerwehr keinen Hinweis auf ein Feuer im Transformator gefunden habe. Der Betreiber sieht die Ursache hingegen in einem Umspannwerk, welches sowohl Strom aus dem Netz in das Atomkraftwerk hinein transportiert als auch den im AKW erzeugten Strom ins Netz einspeist. Die Kommission der Aufsichtsbehörde stufte den Vorfall als „außergewöhnliches Ereignis“ ein, was auf einer vierstufigen Notfallskala die niedrigste Einstufung bedeutet. Wieviel Tritium aus dem AKW freigesetzt wurde, ist bislang noch nicht geklärt. Allerdings geht die Aufsichtsbehörde von sehr geringen Mengen aus, da keine erhöhte Strahlung in der Umgebung des Atomkraftwerks festgestellt werden konnte.