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Strompreise an der Strombörse sinken durch Solarstrom31.01.2012, 16:20 Uhr
Die vermehrte Einspeisung von Solarstrom zu bestimmten Tageszeiten sorgt für einen Rückgang der Strompreise an der Leipziger Strombörse. Ging füher beispielsweise der Großhandelspreis gegen Mittag nach oben, weil der Verbrauch entsprechend hoch war, wird gerade zu dieser Tageszeit der meiste Strom aus Solaranlagen erzeugt. Punktuell sinken die Preise durch den Zuwachs bei Solarstrom um bis zu 40 Prozent. Während die Großkunden von dieser Entwicklung stark profitieren, gehen die privaten Stromkunden leer aus. Im Gegenteil: Für sie können die Strompreise sogar weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts für Zukunfts-Energie-Systeme (IZES), die im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) erstellt wurde.
Strompreise am Mittag im Durchschnitt niedriger als früher
Besonders viel Strom wird den ganzen Tag über benötigt, wenn die Betriebe ihre Produktion auf Hochtouren laufen haben. Zur Mittagszeit ist aber auch die Produktion von Solarstrom am effektivsten. Im Gegensatz zu früher müssen dann die herkömmlichen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke weniger Strom erzeugen. Der Solarstrom wird zudem über die Einpeisevergütung gefördert, weswegen die normalen Preismechanismen hier nicht greifen. Die Strompreise sinken dadurch insgesamt, weil vor allem die Kraftwerke, die teuren Strom produzieren, weniger produzieren oder gar nicht benötigt werden. Uwe Leprich vom IZES, der die Studie für den BSW erstellt hat, konnte anhand dieser Fakten aufzeigen, dass die Strompreise an der Großhandelsbörse zur Mittagszeit nicht mehr so stark steigen, wie sie das früher im Tagesverlauf getan haben. Durch den Ausbau der Solarenergie liege der Preis für eine Kilowattstunde über den ganzen Tag berechnet zwischen 0,4 und 0,6 Cent niedriger als früher, so Leprich.
Privathaushalte zahlen höhere Strompreise
Laut Leprich machte der Rückgang der Strompreise bei den Stromkosten im letzten Jahr eine Einsparung von bis zu 840 Millionen Euro aus. Die privaten Kunden profitierten davon aber nicht, im Gegensatz zu den industriellen Großkunden. Für Privathaushalte würden die Strompreise sogar steigen, weil sich durch die sinkenden Börsenpreise die Differenz zur garantierten Einspeisevergütung für Solarstrom weiter vergrößere. Diesen Fehlbetrag müsse aber der Privatkunde über die EEG-Umlage zahlen, so die Studie weiter. Die Großkunden sind von dieser Belastung hingegen zumeist befreit, weswegen sie von den günstigen Tarifen profitieren können. Als Folge dieser Erkenntnis fordert der BSW dann auch, bei der Berechnung der EEG-Umlage künftig den dämpfenden Effekt der Solarenergie auf die Strompreise zu berücksichtigen. Umgerechnet würde dies für private Kunden eine Einsparung von etwa 0,15 Cent pro Kilowattstunde bedeuten, so der Verband.