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Stromanbieter Vattenfall streicht 300 Stellen im Kundenservice01.02.2012, 16:16 Uhr
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall wird rund ein Drittel seiner Arbeitsplätze im deutschen Kundenservice streichen. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Wie eine Sprecherin bestätigte, entspreche dies der Streichung von 300 Stellen an den Standorten Berlin und Hamburg. Umsetzen will der Stromanbieter diese Entscheidung demnach bis zum Jahr 2014. Alternativ hatte es auch Überlegungen gegeben, den Kundenservice komplett aus dem Konzern auszugliedern, was allerdings nach Beratungen zwischen Konzernleitung und Betriebsrat wieder verworfen wurde. Der Stellenabbau soll sozialverträglich durchgeführt werden. Betriebsbedingte Kündigungen will die Unternehmensleitung nach Möglichkeit vermeiden, hieß es weiter.
Stromanbieter behält Kundenservice im Konzern
Aktuell arbeiten im Kundenservice von Vattenfall insgesamt rund 900 Mitarbeiter, wovon gut 500 im Bereich für Haushalts- und Industriekunden auf den Standort Berlin entfallen und 400 weitere Beschäftigte auf Hamburg. Wie Medienberichten zufolge aus Konzernkreisen zu erfahren war, hält der Stromanbieter die Kosten im Kundenservice im Vergleich zu anderen Energieversorgern für zu hoch. Nach dem Atomausstieg in Deutschland hat auch Vattenfall beschlossen, die Kosten im gesamten Konzern zu reduzieren. Ziel der Maßnahmen ist die Einsparung einer Summe von umgerechnet 600 Millionen Euro jährlich.
Große Stromanbieter müssen sparen
Vattenfall ist einer der vier großen Stromanbieter in Deutschland, die einen Großteil des Marktgeschehens beherrschen und als Betreiber von Atomkraftwerken von der Entscheidung zur Energiewende besonders betroffen sind. So haben die Konkurrenten E.ON und RWE umfassende Sparprogramme beschlossen, die auch mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einhergehen. Vor allem bei E.ON ist der Stellenabbau mit konzernweit 11.000 Beschäftigten (davon etwa 6.000 in Deutschland) ein großes Thema. Allerdings versprechen alle Energiekonzerne, die Maßnahmen möglichst sozialverträglich zu gestalten und mit den Arbeitnehmervertretern eine praktikable Lösung zu finden. Nach dem Atomunglück von Fukushima hatte die Bundesregierung eine Kehrtwende bei der Energiepolitik beschlossen. Neben der sofortigen Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke belasten auch die schlechten Börsenergebnisse die Bilanzen der Stromanbieter.