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USA: Strahlungsleck in kalifornischem Atomkraftwerk festgestellt

USA: Strahlungsleck in kalifornischem Atomkraftwerk festgestellt02.02.2012, 14:19 Uhr

Das Atomkraftwerk von San Onofre im US-Bundesstaat Kalifornien wird von Atomkraftgegnern besonders kritisch beäugt. Dies liegt zum einen am Alter der Anlage, zum anderen an den geologischen Besonderheiten der Region, die direkt an einem der am stärksten erdbebengefährdeten Gebiete der Erde liegt. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden überdies Bedenken laut, dass bei einem Tsunami die beiden direkt am Meer gelegenen Reaktoren wie in Japan überflutet werden und außer Kontrolle geraten könnten. Es gibt für diesen Fall zwar eine Schutzmauer von acht Metern Höhe, doch ob diese bei einer Katastrophe wie der vom vergangenen März in Fukushima ausreichen würde, darf bezweifelt werden. Aktuell ist das Atomkraftwerk San Onofre aber wegen eines Strahlungslecks in den Schlagzeilen.
 

Stromanbieter muss Reaktor vorübergehend abschalten

Wie der Betreiber der Anlage, der Stromanbieter Southern California Edison, mitteilte, sei nur eine sehr geringe Menge an Radioaktivität freigesetzt worden. Die erhöhte Strahlung sei „kaum nachweisbar“, so die Stellungnahme der zuständigen Atomaufsichtsbehörde. Grund für das Strahlungsleck ist offenbar der Dampferzeuger des Blocks Nummer Drei. Erst im Dezember 2010 sei dieser erneuert worden, so der Betreiber. Warum es dennoch zu dem Austritt von Radioaktivität aus einem Rohr der Anlage gekommen ist, wird nun eingehend untersucht. Obwohl „keinerlei Gefahr“ für Mitarbeiter oder die Bevölkerung bestanden habe, sei der betroffene Reaktor vorsorglich vom Netz genommen worden, teilte der Stromanbieter weiter mit. Er wird vermutlich einige Tage abgeschaltet bleiben.
 

Defekte Rohrleitung wird vom Stromanbieter ausgetauscht

Durch die Abschaltung des Atomkraftwerks sinkt auch der Druck in den betreffenden Rohrleitungen. Der Stromanbieter geht davon aus, dass dadurch der Austritt von Radioaktivität an dem undichten Rohr beendet wird. Danach sollen die defekten Bauteile ausgetauscht werden. Zu Problemen bei der Stromversorgung wird die Abschaltung nach Angaben des Betreibers nicht führen, weil genügend Reservekapazitäten in Kalifornien zur Verfügung stünden. Erst am Montag war es in den USA schon einmal zu einem Zwischenfall in einem Atomkraftwerk gekommen. Im Bundesstaat Illinois kam es nach einem Stromausfall zu einer automatischen Abschaltung eines Reaktors des Byron Atomkraftwerks. Um das Kühlsystem zu entlasten, wurde Dampf abgelassen, der mit geringen Mengen radioaktiven Tritiums belastet war. Auch hier sei die ausgetretene Radioaktivität aber extrem gering und „kaum messbar“ gewesen, so die Aussage der Verantwortlichen.



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