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Extreme Kälte: Drohen Stromausfälle in Deutschland?

Extreme Kälte: Drohen Stromausfälle in Deutschland?02.02.2012, 16:47 Uhr

Die Szenarien für mögliche Engpässe in der Stromversorgung deutscher Städte haben sich auch nach dem Beginn des Atomausstiegs und der Abschaltung von acht Atomkraftwerken bislang nicht bestätigt. Während die einen dies als Zeichen dafür deuten, dass die Szenarien der großen Stromanbieter mehr Panikmache als realistische Einschätzung waren, warnen andere Stimmen davor, dass wir bisher vielleicht einfach nur Glück gehabt haben. Der Winter war beispielsweise bisher sehr mild und windreich. Keine nennenswerten Schneemengen, die die Produktion von Solarstrom einschränken würden und relativ hohe Temperaturen, die den Stromverbrauch hinsichtlich elektrischer Heizungen im Rahmen hielten. Doch mit dem Eintreffen der sibirischen Kältefront könnte sich dies für einige Regionen ändern.
 

Hamburg stünde bei Ausfall des AKW Brokdorf im Dunkeln

In Hamburg macht man sich bereits Sorgen über einen drohenden Stromausfall. Das Abendblatt zitiert den Netzbetreiber 50Hertz, der bei einer Verkettung mehrerer ungünstiger Faktoren Probleme bei der Aufrechterhaltung der Spannung im Stromnetz einräumt. Allerdings müsste dafür tatsächlich einiges schief gehen. Besonders dramatisch wäre derzeit ein Ausfall des Atomkraftwerks in Brokdorf. Sollte dieses aus irgendeinem Grund plötzlich vom Netz genommen werden, könnte die Hansestadt in der Tat ohne Strom dastehen. Denn in einem solchen Fall würde – bei der gegenwärtigen Witterung – die Strommenge aus dem benachbarten Schleswig-Holstein nicht ausreichen, um die Großstadt Hamburg weiterhin ausreichend mit Strom zu versorgen. Dieser Strom müsste nämlich zum Großteil aus Windkraftanlagen stammen, die momentan relativ wenig Leistung produzieren.
 

Stromanbieter und Netzbetreiber sind vorbereitet

Vor einem großflächigen Stromausfall in ganz Deutschland braucht aber nach Ansicht der meisten Experten vorerst niemand Angst zu haben. Die Leistung der Kraftwerke und der sogenannten Kaltreserve, die im Notfall durch die Inbetriebnahme zusätzlicher konventioneller Kraftwerke etwaige Schwankungen im Netz ausgleichen soll, reicht demnach aus, um kritische Situationen zu überstehen. Und selbst beim Auftreten solcher Probleme würde nicht überall schlagartig das Licht ausgehen. Für diese Fälle existieren Notfallpläne der Stromanbieter, je nach Tageszeit und Wochentag bestimmte Netzgebiete zeitweise vom Stromnetz zu trennen und die Situation zu entspannen. Somit wäre immer nur ein bestimmter Teil der Verbraucher von einem Versorgungsengpass betroffen. Schön wäre eine solche Situation allerdings für die Betroffenen trotzdem nicht. Ganz auszuschließen ist ein Stromausfall also nicht – die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber derzeit ebenfalls nicht besonders hoch.



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