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Gasanbieter melden reduzierte Gaslieferungen aus Russland

Gasanbieter melden reduzierte Gaslieferungen aus Russland03.02.2012, 15:06 Uhr

Verschiedene europäische Energiekonzerne haben gemeldet, dass die Gaslieferungen aus Russland zum Teil deutlich reduziert worden sind. So teilte der österreichische OMV-Konzern in Wien mit, dass bis zu 30 Prozent weniger Erdgas angeliefert werde als üblich. Derzeit breitet sich eine heftige Kältewelle über ganz Europa aus, die aus den Weiten Sibiriens extrem niedrige Temperaturen mit sich bringt. Gerade in Osteuropa gab es schon viele Kältetote, besonders die Ukraine ist stark betroffen. Diesem Nachbarland wirft der russische Staatskonzern Gazprom dann auch vor, dass das Land mehr Erdgas aus der Pipeline entnehme als vereinbart. Von den Anschuldigungen der Gasanbieter aus Europa zeigte sich der Gaskonzern unterdessen überrascht. Man habe die Lieferungen keineswegs verringert, sondern sogar erhöht, so die Aussage von Gazprom-Vizechef Medwedew.
 

Streiten Russland und die Ukraine wieder um Erdgas?

In der Ukraine teilte der zuständige Gasanbieter Naftogas mit, dass alle Transitverträge mit Russland eingehalten würden. Es werde nicht mehr Gas entnommen als vereinbart. Durch die Ukraine laufen die wichtigsten Gaspipelines, über die das Erdgas von Russland nach Westeuropa geliefert wird. Zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken war es in der Vergangenheit schon öfter zu Auseinandersetzungen über die Gaslieferungen gekommen. Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Gazprom im Jahr 2009 die Lieferungen gedrosselt, woraufhin die Ukraine unerlaubterweise Gaskontingente abgezapft haben soll, die für Westeuropa gedacht waren. Der Winter macht der Ukraine stark zu schaffen und hat daher aktuell einen extrem hohen Gasverbrauch verursacht. Aber auch Russland selbst hat einen höheren Gasbedarf. Medien berichteten in den vergangenen Tagen, dass Russland mehr Erdgas für den Eigenbedarf abziehe, was Gazprom allerdings bestreitet.
 

Deutsche Gasanbieter haben genug Reserven

Was auch immer der Grund für die Lieferkürzungen sein mag; Tatsache ist, dass verschiedene Gasanbieter in Italien, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei sich offenbar über geringere Gaslieferungen aus Russland beschwert haben. Die deutschen Gasanbieter teilten unterdessen mit, dass die Reserven in den hiesigen Gasspeichern mehr als ausreichend seien. So ließ der Kasseler Energieversorger Wingas wissen, dass man die Gaslieferungen aus Russland im Einvernehmen mit Gazprom gedrosselt habe, um den Bedarf aus den gut gefüllten Speicherreserven zu decken. Lieferprobleme seien zur Zeit weder absehbar noch zu befürchten, betonte auch der Energiekonzern E.ON Ruhrgas in Essen. Die Versorgungssicherheit ist immer wieder eine Frage, über die sich Energieexperten hierzulande Gedanken machen. Auch wegen der wiederholten Probleme zwischen der Ukraine und Russland wurde daher die Ostsee-Pipeline Nord Stream gebaut, die Deutschland und Russland ohne die Inanspruchnahme von Transitländern verbindet.



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