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Atomausstieg führt bislang nicht zu mehr Strom aus Kohlekraftwerken
Atomausstieg führt bislang nicht zu mehr Strom aus Kohlekraftwerken11.07.2011, 21:13 Uhr
Bisher werden die Ausfälle durch die Abschaltung der Atomkraftwerke hauptsächlich durch den Import von ausländischem Atomstrom sowie durch erneuerbare Energien aufgefangen. Der zunächst erwartete höhere Bedarf an Steinkohle blieb demnach aus.Abgeschaltete Atomkraftwerke durch ausländischen Atomstrom ersetztNach Berechnungen des Vereins der Kohleimporteure in Deutschland profitierten vom Atomausstieg in den ersten Monaten während des Moratoriums zunächst die ausländischen Stromanbieter, die Atomstrom produzieren. Auch Solarstrom spiele derzeit eine größere Rolle als gedacht. Ein Zuwachs beim Bedarf für Steinkohle sei deshalb ausgeblieben, erklärte der Verband. Mit einem solchen Mehrbedarf sei erst im Winter zu rechnen, wenn Spitzen im Stromverbrauch nicht mehr im gleichen Maße durch Solarstrom ausgeglichen werden können, wie es derzeit aufgrund der relativ guten Wetterlage im Frühjahr der Fall war. Zudem geht der Anteil der Stromimporte aus französischen Atomkraftwerken im Winter aufgrund des höheren Eigenbedarfs im Nachbarland erfahrungsgemäß zurück.
Bedarf an Steinkohle nach Atomausstieg deutlich geringer als erwartet
Insgesamt werde somit der Anstieg beim Bedarf an Steinkohle deutlich weniger stark ausfallen, als zunächst von den meisten Beobachtern angesichts des Atomausstiegs erwartet wurde, so die Kohleimporteure weiter. Hierzu rechnete der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Wolfgang Cieslik, vor, dass bei einem kompletten Ersatz der stillgelegten Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ein Mehrbedarf von mehr als 10 Millionen Tonnen Steinkohle im Jahr bestünde. Tatsächlich werde der jährliche Bedarf an diesem Brennstoff im laufenden Jahr aber nur um maximal zwei bis drei Millionen Tonnen zunehmen. Ein Teil davon entfalle zudem auf die Stahlindustrie, die derzeit einen starken Aufschwung zu verzeichnen habe.
